Am Mittwoch, den 18. Juni 2025, fand der NRW Sicherheitstag 2025 der ASW West bei der Bayer AG in Leverkusen statt. Über 180 Teilnehmende aus Wirtschaft, Verwaltung, Sicherheitsbehörden und Forschung kamen zusammen, um sich mit den Herausforderungen und Perspektiven des Wirtschaftsschutzes in einer zunehmend unsicheren Welt auseinanderzusetzen.
Ein besonderer Dank gilt unserem Vorstandsmitglied Alexandra Forster, PhD, Christian Daniel, Jörg Stahl und Andreas Gebel samt dem gesamten Team, stellvertretend für die Bayer AG als sensationellen Gastgeber. Ebenso danken wir unserem Moderator Henning Voß, Geschäftsführer der Sicherheitspartnerschaft NRW, für seine professionelle und souveräne Begleitung durch das Programm.

Starke Impulse und hochkarätige Beiträge

Nach der Begrüßung durch Christoph Abendroth (HR COO, Bayer AG) und Christian Vogt, Vorstandsvorsitzender der ASW West, eröffnete NRW-Innenminister Herbert Reul als Schirmherr die Veranstaltung. In seiner Rede betonte er eindringlich, wie wichtig Kommunikation, Vertrauen und klare Strukturen für einen wirksamen Wirtschaftsschutz sind. Nur durch gemeinsame Verantwortung können Staat und Wirtschaft den Herausforderungen hybrider Bedrohungen, gezielter Cyberangriffe und geopolitischer Unsicherheiten begegnen.
Das anschließende Fachprogramm war geprägt von einer beeindruckenden thematischen Bandbreite. Generalleutnant André Bodemann stellte mit dem „Operationsplan Deutschland“ ein Konzept vor, das klare Zuständigkeiten für den Krisenfall definiert und die Rolle der Wirtschaft als stabilisierendes Element betont. Dr. Etienne Sur, französischer Generalkonsul in NRW, unterstrich die Bedeutung der deutsch-französischen Zusammenarbeit für eine strategische europäische Sicherheitsarchitektur. Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker rief zu einem neuen Verständnis von digitaler Resilienz auf, das über rein technische Lösungen hinausgeht und die Demokratie als Angriffsziel in den Fokus rückt. Mit einer außenpolitischen Perspektive ordnete Liv von Boetticher die sicherheitsrelevanten Auswirkungen der Situation in Afghanistan auf Deutschland ein und hob die wachsende Komplexität der globalen Sicherheitslage hervor.

Cyberabwehr, Resilienz und starke Partnerschaften

Am Nachmittag rückten operative Herausforderungen und konkrete Unterstützungsangebote für Unternehmen in den Mittelpunkt. Vertreterinnen und Vertreter Kooperationspartner der ASW West gaben Einblick in gemeinsame Projekte und aktuelle Entwicklungen.
Leitender Kriminaldirektor Helmut Picko, Abteilungsleiter Cybercrime im LKA NRW, stellte das Cybercrime-Kompetenzzentrum vor, das als Single Point of Contact (SPoC) für Unternehmen in NRW fungiert. Die Initiative ist Teil der Cyberallianz.Wirtschaft.NRW und zielt auf eine enge Verzahnung zwischen Wirtschaft und Sicherheitsbehörden zur Stärkung der Abwehrfähigkeit ab. Sebastian Barchnicki, Geschäftsführer von Digital.Sicher.NRW, präsentierte das gemeinsame Projekt „Tür zu im Netz“ – eine praxisnahe Initiative, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen beim Schutz vor digitalen Bedrohungen unterstützt. Die ASW West ist hier aktiver Kooperationspartner. Leitender Oberstaatsanwalt Markus Hartmann, Leiter der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW (ZAC NRW), stellte das Projekt Cyber Trusted Volunteers vor. Es bietet betroffenen Unternehmen im Fall eines Cyberangriffs schnelle und direkte Unterstützung durch freiwillige Fachkräfte mit hoher IT-Expertise. Dr. Dirk Häger, Abteilungsleiter für Operative Cyber-Sicherheit im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), erläuterte aktuelle Entwicklungen im Bereich nationaler Cybersicherheitsstrategien. Die ASW West ist aktives Mitglied in der Allianz für CyberSicherheit und gestaltet diesen Austausch auf Bundesebene mit.
Wir freuen uns, dass beim Sicherheitstag die Möglichkeit bestand, diese wichtigen Anlaufstellen persönlich kennenzulernen. Für Unternehmen ist es essenziell zu wissen, an wen sie sich im Ernstfall wenden können – und dass starke Strukturen bestehen, in denen wir gemeinsam handeln, vernetzen und unterstützen. Wirtschaftsschutz wird hier nicht nur diskutiert, sondern praktisch erfahrbar gemacht.
Den Abschluss des Programms bildete Dr. Konstantinos Tsetsos, der in seinem Beitrag auf die zunehmende sicherheitspolitische Komplexität einging. Er machte deutlich, dass hybride Bedrohungen längst Teil unternehmerischer Realität sind – und dass Resilienz heute ein zentraler Bestandteil von Wertschöpfung, Reputation und Zukunftsfähigkeit ist.

Austausch, Ausstellung und Ausklang mit Ausblick

Ergänzt wurde das Programm durch eine praxisorientierte Ausstellung, auf der Mitglieder und Kooperationspartner der ASW West innovative Lösungen und Best Practices rund um Wirtschaftsschutz, Cybersicherheit und Resilienz präsentierten. Die Ausstellung bot nicht nur fachliche Impulse, sondern ermöglichte auch gezielte Gespräche und die direkte Vernetzung mit wichtigen Ansprechstellen.
Bei sommerlichem Wetter fand der Tag seinen Ausklang beim gemeinsamen BBQ auf der Terrasse des Bayer Casinos – in entspannter Atmosphäre, mit guten Gesprächen, neuen Kontakten und konkreten Ideen für die Zukunft.

Ein Tag, der Perspektiven öffnete

Der NRW Sicherheitstag 2025 hat erneut deutlich gemacht, dass Wirtschaftsschutz nur im Schulterschluss gelingt – über Branchen- und Institutionengrenzen hinweg. Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und klare Ansprechpartner sind der Schlüssel für eine resiliente Wirtschaft in NRW.
Wir danken allen Referierenden, Teilnehmenden, Ausstellenden und Kooperationspartnern für ihr Engagement, ihre Offenheit und ihren Beitrag zu einem gelungenen Veranstaltungstag.
Mit Blick auf den NRW Sicherheitstag 2026 freuen wir uns schon jetzt auf neue Impulse, starke Partnerschaften und das gemeinsame Ziel: mehr Sicherheit und Resilienz für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen.

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